Die Delegiertenversammlung 2017 fand in der Mehrzweckhalle Münster, Gemeinde Goms, statt.

Der amtierende Vorstand des Oberwalliser WAS Verbands mit Jonas Imseng, Monica Duran, Fabian Schwery, Herbert Volken und Pius Werlen

Der Präsident des Oberwalliser WAS-Verband, Fabian Schwery, heisst die trotz Schneewetter recht zahlreich anwesenden Delegierten und Gäste im frischverschneiten Ort Münster willkommen. Josef Ritz, Genossenschaftspräsident, gibt die Tagesordnung bekannt. Gerhard Kiechler stellt seine erst wenige Tage alte Gemeinde Goms vor. Die Gemeinde zählt 45 Landwirtschaftsbetriebe, einige davon im Nebenerwerb. Kiechler, selber auch Bauer, kritisiert den aktuellen Ökowahn, der den Bauern zwar mehr Geld aber auch mehr Einschränkungen gewährt. In seinen Augen wäre es manchmal besser, mehr Manneskraft zu haben als Geld. Allein die Gemeinde Goms braucht heute je nach Saison 7 bis 8 Gemeindearbeiter, deren Aufgabe im Sommer praktisch nur vom Ausmähen der Wanderweg diktiert wird. Die aktuelle Agrarpolitik setzt auf grosse und rentable Betriebe und behindert damit die Bauern, ihren gemeinwirtschaftlichen Leistungen nach Artikel 104 der Bundesverfassung nachkommen zu können. Er appelliert an die landwirtschaftlichen Organisationen, bei der Bevölkerung die Akzeptanz für die Landwirtschaft zu fördern.
Grossrat Frank Wenger zitiert die kantonalen Budgetposten und die politischen Ziele des Kantons für die Landwirtschaft.

Fabian Schwery lässt in seinem Jahresbericht nochmals die Erfolge der WAS-Züchter im vergangenen Jahr aufleben. Jedes neue Jahr bringe auch wieder neue Chancen, vorne dabei zu sein, wenn man mitmache. Bei den eigenen Anlässen, dem Widdermarkt und dem Interkantonalen Ausstellungsmarkt spüle das Mitmachen auch Geld in die Verbandskasse, empfehlen sich Präsident Schwery und Kassier Herbert Volken. Fabian Schwery ist erfreut über die im vergangenen Jahr konstant hohen Fleischpreise. Trüber fällt da der Wetterkommentar aus: Der nasskalte Frühling, gefolgt von einem trockenen Sommer und Herbst machte Mensch und Tier zu schaffen. Die tolle Alpwanderung im Lötschental war zwar extrem gut besucht, leider befanden sich darunter nur wenige Oberwalliser.

Georges Schnydrig, der Präsident des Vereins Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere, berichtet über die Wanderbehirtung 2016, organisiert von der Kommission Grossraubtiere mit finanzieller Unterstützung des Kantons. Er begrüsst auch, dass der Kanton die Wichtigkeit des Herdenschutzbeauftragten mit der Schaffung eines Vollpensums anerkennt. Weiter verweist er auf die Tätigkeit der Herdenschutz GmbH, die sich insbesondere dem Schutz von Frühjahrs- und Herbstweiden widmen musste. Als Co-Präsident des Vereins Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere kann er auch von Erfolgen auf Schweizer Ebene berichten. Immer mehr Kantone erkennen die Gefahr und wollen etwas dagegen unternehmen. Für die Kantonale Volksinitiative für ein Wallis ohne Grossraubtiere wurden stolze 9500 Unterschriften gesammelt. Die Initiative wird am 16. Januar beim Kanton hinterlegt. Leider hat sich das Unterwallis an der Initiative nicht beteiligt.

Daniel Steiner, SN-Verbandspräsident, lobt die gute Werbung für die Landwirtschaft über die erfolgreiche Zucht und geisselt die Vernachlässigung von Tieren durch vereinzelte Tierhalter. Sie bringen damit den gesamten Berufsstand in Verruf und schlagen die Arbeit der landwirtschaftlichen Organisationen in der Werbung um Goodwill für die Landwirtschaft mit einem Mal kaputt. Er ruft die Schafzucht-Kollegen auf, sofort an die zuständigen Instanzen zu gelangen, wenn sie Kenntnis von einer Vernachlässigung von Tieren haben.

Hermann Imhof, der WAS-Züchter der das Wallis und die Westschweiz im Schweizer Schafzuchtverband vertritt, nimmt seine Aufgabe sehr ernst. Dasselbe kann man von Alwin Meichtry, dem Präsidenten des Schweizer Schafzuchtverbands behaupten. Bevor man das 100jährige Jubiläum des Schweizer Schafzuchtverbands an seinem Geburtsort feiern will, wurde ganze Arbeit geleistet. Im vergangenen Jahr ging es darum die Geschäftsstelle und den Auftritt nach aussen neu zu organisieren, Reglemente und Vorschriften den neuen Gegebenheiten anzupassen, die politische Verantwortung auf Schweizer Ebene wahrzunehmen und gleichzeitig den Züchterinnen und Züchtern in der ganzen Schweiz möglichst gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Im Jubiläumsjahr 2017, welches offiziell mit der Delegiertenversammlung am 25. Februar eröffnet wird, soll dieses Arbeit sichtbar werden. Die Webseite des Verbands wurde überarbeitet und wir am 25. Februar aufgeschaltet. Ein neues Logo soll mit einem Schafskopf und dem Schweizer Kreuz soll den Verband sichtbar machen. Die besten Tiere der Schweiz buhlen um die Titel der Jubiläums-Miss und des Jubiläums-Misters. An der Suisse Tier, der Nationalen Fachmesse für die Nutztierhaltung vom 24.bis 26. November 2017, wird der Schweizer Schafzuchtverband mit grosser Präsenz sein Jubiläumsjahr beschliessen. Imhof informiert weiter über Erreichtes und Geplantes in Sachen Herdenbuch, Fleischmarkt und Wollverwertung sowie über neue Vorgaben des Bundes z.B. die DNA-Beprobung der Jungwidder, welche für die Tiere ab dem 1. Januar 2017 geboren, obligatorisch ist,  in kompetenter und verständlicher Art.
Den beiden Wallisern im Schweizer Schafzuchtverband gebührt Anerkennung und Dank für ihren Einsatz im Dienste der Schäferei.

Fabian Schwery informiert die WAS-Züchter, dass der Schweizer Verband künftig den Beitrag direkt bei den Züchtern einkassieren wird, d.h. zehn Franken pro Betrieb und CHF 1.30 pro Herdebuchtier gemäss dem Bestand am 1. Juni 2017. Die Züchter sind also aufgerufen, ihren Herdenbuchbestand zu kontrollieren und wo nötig anzupassen.

German Kalbermatter informiert über das Schauwesen und bemerkt beim Aufzählen der Walliser Erfolge auch die hervorragende Arbeit der Walliser Experten. Diese werden mittlerweile in der ganzen Schweiz engagiert. Er ruft insbesondere zur vermehrten Teilnahme an den Widdermärkten auf, kann doch ein Tier bis zu dreimal in seinem Leben beurteilt werden.

Fabian Schwery informiert über das Jahresprogramm 2017, also die Veranstaltungen und Kurse im Oberwallis sowie die Interkantonalen Ausstellungsmärkte, welche von den Walliser Züchtern genutzt werden. Das Vorstands- und Expertentreffen wird am 27. August stattfinden, die nächste Delegiertenversammlung am 13. Januar 2018 in Niedergesteln. Eine DNA-Beprobung wird erstmals am 1. April am Widdermarkt 2017 in Gampel und am 30. September/1. Oktober am Interkantonalen Ausstellungsmarkt in Gampel vorgenommen. Der Züchter kann auch ältere Widder freiwillig beproben lassen. Fabian Schwery erwähnt, dass am Interkantonalen Ausstellungsmarkt jeweils ein Züchterabend stattfindet, zu welchem auch Nicht-Aussteller herzlich willkommen sind. Im Weiteren erwähnt er die Widder-Eliteschau an der BEA 2017 am 29. April und fordert die Züchter zur Teilnahme auf. Auch an diesem Anlass standen die Walliser Züchter schon mehrmals im Rampenlicht.

Unter Verschiedenes lehnten die Delegierten den Antrag ab, den Interkantonalen Ausstellungsmarkt ab 2018 auf das zweite Oktober-Wochenende zu verschieben. Züchterische Bedenken bezüglich des Widdereinsatzes wogen mehr als die Daten-Kollision mit anderen Interkantonalen Ausstellungs-Märkten.