Reich befrachtete Delegiertenversammlung 2018 in der Burgerstube in Niedergesteln

Nach der Eröffnung der DV 2018 durch den Präsidenten Fabian Schwery stellt German Kalbermatter die organisierende Genossenschaft von Niedergesteln vor. Fünf aktive Züchter betreuen heute noch rund 90 Herdenbuchtiere. Im Anschluss ehrt German Kalbermatter den im September verstorbenen Alex Imboden, Schäfer mit Herzblut. Im Oberwallis gab es kaum ein Weisses Alpenschaf, welches er nicht kannte. Auch über die Kantonsgrenzen hinaus war Alex Imboden als Ratgeber bekannt und beliebt. Mit seinem untrüglichen Blick brachte er manches Zuchttier ins Wallis zurück und legte damit den Grundstein für die heute in der ganzen Schweiz bekannte Walliser WAS-Zucht.
Gemeindepräsident Fridolin Imboden präsentierte «sein» Bauern- und Ritterdorf. Hielt vor 60 Jahren noch jeder Haushalt in Niedergesteln Nutztiere gibt es heute nur noch einen Vollerwerbsbetrieb. Natürlich kam er auch auf die Freiherren von Turn (1157 bis 1375) zu sprechen, denen das Dorf die Gestelnburg verdankt. Zusammen mit dem gut erhaltenen mittelalterlichen Dorfkern zieht diese manchen kulturell interessierten Gast an.
Grossrat Alex Schwestermann beehrte die WAS-Versammlung weniger in seiner Funktion als Grossrat sondern viel mehr als Gegner der Grossraubtiere, um die Stimmung der Basisabzuholen. Die überparteilich getragene Kantonale Initiative sei derzeit bei der Kantonalen Justizkommission. Nächste Woche werde dort über die Stellungnahme des Bundes zur Initiative beraten. Das Bundesamt ist gegen die Initiative, denn sie verbiete auch das Aussetzen von Wolf und Bär zu Studienzwecken. Ausserdem werden die Grossraubtiere beim Bundesamt als importierte Ware bezeichnet und dies dürfe nicht verboten werden. Schwestermann setzt sich in der Kommission mit allen Mitteln für die Initiative ein.
Protokoll und Kassabericht geben keinen Anlass zu Diskussionen zumal die Verbandskassa dieses Jahr mit einem Plus abschliesst. Die Kassa des Ausstellungsmarktes hingegen mit einem kleinen Minus. Revisor Werlen Josef attestiert den beiden Rechnungsführern eine sorgfältige und gewissenhafte Arbeit und empfiehlt die Annahme beider Rechnungen, was denn auch einstimmig erfolgt.

Der amtierende Vorstand

Präsident Fabian Schwery lobt in seinem Jahresbericht den guten Zusammenhalt im WAS-Verband und zählt die Erfolge «seiner» Schäfer auf, welche sie in der Schweiz und im Wallis geholt haben. Zum unverständlichen Entscheid der Wahl des Mister BEA 2017 hat der Verband eine Beschwerde eingelegt, welche aber bis heute unbeantwortet blieb. Die Wetterkapriolen 2017, welche späten Frost und lange Trockenheit brachten bringt auch die Schäfer in Bedrängnis. Keiner beklagte sich über Platzmangel in der Scheuer. Recht zufrieden gab sich Fabian Schwery mit den Schlachtpreisen. Für ein Lamm T3 wurde im Durchschnitt 10 Rappen mehr bezahlt als im Vorjahr. Allerdings kamen die Schafe 2017 nicht in bester Form von der Alpe. Sie mussten auf den Heimbetrieben zuerst noch aufgepeppt werden. In guter Erinnerung bleibt der Verbandsausflug an die Suisse Tier in Luzern, wo die WAS-Züchter auch vom Schweizer Schafzuchtverband herzlich begrüsst wurden.
Vizepräsident Pius Lehner verdankt die grosse Arbeit von Fabian Schwery die sich mittlerweile nicht mehr über Stunden, sondern über mehrere Tage, ja Wochen erstreckt.
SN-Verbandspräsident Daniel Steiner gratuliert den WAS Schäfern zu ihren Erfolgen in der Schweiz und verweist auf die Veranstaltungen der Schwarznasenschäfer. Am 17./18. Februar findet die Ausstellung in Visp mit 300 Schafen statt und am 10. März der Widdermarkt mit rund 450 bis 500 Widdern. Am 24. Februar geht in Brig die Delegiertenversammlung des Schweizer Schafzuchtverbands über die Bühne und am 25. Februar findet die Versammlung des Walliser Schwarznasenschafzuchtverbands statt, ebenfalls organisiert von den Schäfern in Brig-Glis. Steiner bezeichnet Alwin Meichtry als Quereinsteiger in den Vorstand des Schweizer Schafzuchtverbands, der schon nach einem Jahr zum Vizepräsident aufstieg und nach dem Rücktritt von German Schmutz, 2015, als offizieller Kandidat des Verbands zum Präsident gewählt wurde. Nun wollen vier abtretende Vorstandsmitglieder Alwin Meichtry abwählen lassen und haben ein Rundschreiben verfasst. Er ruft die Delegierten auf, am 24. Februar 2018 zahlreich an der DV teilzunehmen und um die Einigkeit im Verband zu kämpfen sowie den amtierenden Präsidenten in seinem Amt zu bestätigen. Sie sollen auch bekannte ausserkantonale Persönlichkeiten dafür gewinnen. Eine Aufsplitterung schmälert die Schlagkraft des Schweizer Schafzuchtverbands und stösst weder in der Bevölkerung noch in der Politik noch bei den Bundesstellen auf Verständnis.

Georges Schnydrig berichtet über Arbeit und Erreichtes vom Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere. Dazu gehören im Besonderen die unabhängige Untersuchung von Wolfskadavern, die bestätigen, dass ein Teil der hiesigen Wölfe Hybriden sind und dass auch Genmaterial von russischen Wölfen festgestellt wurde. In Frankreich stellte man bis zu 40% Hybriden fest. Da die Wölfe laut BAFU von Italien und Frankreich einwandern und dort Hybriden festgestellt worden, ist der Standpunkt des BAFU, dass es in der Schweiz keine Hybriden gebe, nicht ganz logisch.Vergleicht man die Risszahlen von 2016 (180 von 200 Rissen in der Schweiz verzeichnete das Wallis) und 2017 (30 Risse im Wallis von 380 Rissen in der Schweiz) stellt man fest, dass die Wolfspräsenz nicht mehr alleine ein Walliser Problem ist. Wenn mehr Kantone mitmachen kann auch mehr Druck aufgebaut werden.
Sehr viel verspricht sich der Verein Lebensraum Wallis von der anstehenden Revision des Jagdgesetzes. Hier haben die Schafverbände und Bauernverbände gemeinsam eine sehr gute Stellungnahme gemacht. Alwin Meichtry konnte bei der UREK Ständerat den Standpunkt der Schweizer Schäfer vertreten. Laut Rückmeldung von Beat Rieder war diese Anhörung erfolgreich. Hier fordert man eine ganz konkrete Formulierung was z.B. grosse Schäden heisst. Bundesrat soll auch in Sachen Hybriden mit dem Ausland zusammen arbeiten nicht. Gleichzeitig wird ein neues Grossraubtierkonzept gefordert. Unter anderem sollte das Argument greifen, dass der Umgang mit dem Wolf, der sich in Siedlungsgebieten frei bewegen kann in völligem Wiederspruch zur Haltung von Hunden steht, für die im Dorf eine Leinenpflicht besteht und die Gemeinden spezielle Zonen ohne Leinenpflicht ausscheiden müssen, damit die Hunde freilaufen können. Man fordert also mehr Kompetenz für die Kantone, damit diese Wolfsfreie Zonen ausscheiden können. Schnydrig berichtet vom Verwaltungsgerichtsentscheid St. Gallen. St. Gallen und Graubünden haben in Übereinkunft mit dem BAFU eine Abschussbewilligung erteilt. Der WWF legte im Anschluss Einsprache ein und bekam vom Verwaltungsgericht Recht. Das BAFU hat sich dagegen nicht gewehrt obwohl der Entscheid als Angriff auf ihr Konzept gewertet werden kann.
Bezüglich des toten Wolfs in Raron hat der Verein beim Anwalt des Wolfwilderers die Bitte hinterlegt, dass der Anwalt eine unabhängige Untersuchung verlangen soll, ob es sich dabei um einen Wolf oder Hybriden handelt.
Schnydrig ist überzeugt, dass die Politik, auch dank Ständerat Beat Rieder, nun doch im Sinne der Wolfsgegner einen guten Schritt nach vorne machen kann aber es braucht nach wie vor Geduld. Die Schweiz wird wohl die Wölfe nicht mehr völlig los aber sie sollten auf einem einigermassen erträglichen Mass gehalten werden können. gemacht hat

Alwin Meichtry will als Präsident dafür einstehen, dass die Landwirttschaft nach wievor ihr Eigentum nachhaltig bbewirtschaften kann. Er berichtet über einzelne Arbeitsbereiche des Schweizer Schafzuchtverbands. Vorläufig läuft die Revision der Rassenstandards. Ebenfalls wird das Reglement für Schauen und IAM bezüglich Auffuhr- und Beurteilungsbedingugen überarbeitet. Für 2017 ist der Schaubeitrag auf 17 Franken festgelegt. Die Genossenschaften müssen z.H. des Schweizer Verbands eine Abrechnung erstellen, welche aufzeigt, dass die Organisaiton der Schau mehr kostet, als der Schaubeitrag von 17 Franken abdecke kann. Dank der Einnahmen aus der ALP kann der Schweizer Verband einen höheren Schaubeitrag (eventuell bis zu 30 Franken) verkraften. Mit den Nolana Schafen wurde eine neue Rasse anerkannt, welche mehrmals im Jahr ihre Wolle selber abstösst, also nicht mehr geschoren werden muss.
Die IAM im Frühling 2018 finden am 3./4. März in Deitingen, am 3. März in Moudon statt. Am 10./11. März in Münsingen und Uster, am 17./18. März in Sachseln und am 24./25. März in Zweisimmen sowie in Cazis/GR die Lämmerausstellung.
Auf Antrag des Präsidenten will der Verband auch 80% der DNA-Analyse bei den Widderlämmern übernehmen. Er muss aber dafür den Nachweis erbringen, dass das Geld für die Tiergesundheit und die Zucht nach internationalen Normen erbringt.
Neu können Tierlisten, Kategorieneinteilungen und Ranglisten für Schauen auch über SchauNet erstellt werden. Davon ausgenommen sind die IAM.
Unter der Führung von Hermann Imhof will sich der Verband für eine höhere Wertschätzung also bessere Produzentenpreise für die Wolle einsetzen. Die Kontakte mit den Bundesstellen für die Mittelbeschaffung laufen.
Alwin Meichtry verweist auf eine Broschüre, welche extra für Kinder von 10 bis 12 Jahren geschaffen wurde. Sie enthält Hintergrundinformationen zur Schafhaltung in der Schweiz und zur Problematik Grossraubtierpräsenz aus Sicht der Schafhaltung.
An der DV vom 24. Februar werden 5 Personen aus dem Vorstand austreten. Der Schweizer Schafzuchtverband schreibt in den nächsten Tagen sämtliche Kantonalverbände an und bittet um Bekanntgabe von möglichen Vorstands-Kandidaten. Die Splittergruppe trifft sich zu ihrer Versammlung am 20. Januar. Es werden drei Vorstandsmitglieder vom Schweizer Schafzuchtverband anwesend sein aber nicht beitreten. Meichtry bringt den Anwesenden zur Kenntnis, dass alle von der Splittergruppe aufgegriffenen Themen vom Schweizer Schafzuchtverband bereits bewirtschaftet werden.

Rosmarie Ritz berichtet über das Projekt "Marke Wallis: Fleisch aus dem Wallis" und ruft zur Teilnahme an der GV der OLK vom 4. März auf.

German Kalbermatter berichtet, dass 2019 zwei Experten, nämlich Schnydrig Elmar und er selbst 65jährig werden und dass darum zwei neue Experten gesucht werden. Kathrin Hofmann hat bereits ihr Interesse angemeldet, es wird aber noch ein weiterer Experte gesucht, die dann für die nötigen Kurse eingeschrieben werden. Gleichzeitig wird auch der Postendes Chefexperten neu zu besetzen sein. Die aktiven Experten haben die Nachfolge unter sich auszumachen. Germann Kalbermatter ist auch zuständig für die Probenahmen bei den Widderlämmern für die DNA-Analyse. Dies wird sicher am Widdermarkt 2018 auch wieder der Fall sein.

Die wichtigen Daten des Schäferjahres 2018 sind unter Agenda und Kurse aufgeschaltet. Die Delegiertenversammlung 2019 wird am 13. Januar in Raron/St. German stattfinden.

Der Widdermarkt sah in den letzten Jahren immer weniger Tiere. Man will den Anlass darum ein wenig aufpeppen. Der Teil Widder bleibt wie bisher. Der Nachzuchtcup soll jedoch mit einer Jungtiere-Schau ersetzt werden, d.h. neu wären auch weibliche Tiere von 4 bis 24 Monaten willkommen. Das Reglement wird entsprechend angepasst. Die Auffuhrgebühr beträgt 8 Franken pro Tier. Neben dem Mister Gampel wird dann auch eine Miss aus den Jungtieren gewählt. Pro Kategorie ist ein Preisgeld für den 1. Rang von Fr. 100.- für den 2. Rang von Fr. 50.- und für den 3. Rang von Fr. 25.- vorgesehen. Die Miss wird einen zusätzlichen Preis erhalten.
Der IAM vom 6./7. Oktober findet im gewohnten Rahmen statt.
Für die Vorführung der Tiere zeichnen die Genossenschaften Wiler, Embd, Ernen und Fiesch-Fieschertal verantwortlich.

Peter Domig ruft die Delegierten auf, gemeinsam an der Schweizer Delegiertenversammlung der Splittergruppe Einhalt zu gebieten und geschlossen aufzutreten.
Der OZIV-Präsident Reinhard Grand lädt zum Bockmarkt am 14. April in Naters ein.
Um 12:45 kann Fabian Schwery die Versammlung schliessen und zum wohlverdienten Aperitif und Mittagessen überleiten