Im schön dekorierten Saal liess es sich gut tagen
Elmar

Die WAS Genossenschaft St. Niklaus richtete die DV 2020 aus

Präsident Elmar Schnidrig und seine Kolleginnen und Kollegen der WAS Schafzuchtgenossenschaft St. Niklaus haben den WAS-Schäfern eine heimelige Atmosphäre für die Delegiertenversammlung 2020 geschaffen. Im schön dekorierten Spiegelsaal liess es sich gut sein. Die Themen waren vielfältig und dank der sorgfältigen Vorbereitung durch den Präsidenten Fabian Schwery und seiner Kollegin und Kollegen im Vorstand verlief die Delegiertenversammlung des Verbands der Schafzuchtgenossenschaften Weisses Alpenschaf des Oberwallis wie am Schnürchen.

Fabian Schwery liess in seinem Jahresbericht die Erfolge der Oberwalliser Schäfer des vergangenen Vereinsjahrs nochmals aufleben. Auf welcher Erfolgswelle unsere WAS-Schäfer vorläufig reiten verdeutlicht der präsidiale Ausspruch, dass der Kantonscup in Sachseln ein wenig der Wehmutstropfen war, weil nur der 2.und 3. Rang resultierten.
Futtermässig war 2019 ein gutes Jahr. Hätte nicht ein ungebetener Gast mitgefuttert bliebe auch die Alpung 2019 in guter Erinnerung. Meister Isegrim trieb besonders im Goms seine grausamen Spielchen und bewirkte, dass ein Vollzeitschäfer nun die Schäferei aufgibt. Zu gross waren die Verluste bei seiner nach Herdenschutzvorschriften gehaltenen Tiere. Zu aufreibend die nervliche Belastung für den Züchter.
Zufrieden ist der Präsident auch mit den Schlachtpreisen 2019, welche gegen Ende des Jahres noch angestiegen sind.
Nach dem Zuckerbrot verteilte der Präsident aber auch einen Peitschenhieb. Die Ortsschauen werden in seinen Augen vernachlässigt. Er ruft die Schäfer auf, nicht nur bei regionalen und interkantonalen Schauen zu glänzen, sondern sich und seine Tiere auch im eigenen Dorf zu präsentieren. Mit diesen Schauen kann man der Bevölkerung zeigen, welche Bedeutung die Schäferei hat. Da entstehen oft Gespräche, bei denen auch Leute auf den Geschmack kommen, die bisher nur ein müdes Lächeln für die Schäfer übrighatten. Gerade in einer Zeit, wo die Landwirtschaft oft an den Pranger gestellt wird, ist diese Art von Öffentlichkeitsarbeit extrem wichtig.
Mit grossem Respekt, verbunden mi einem herzlichen Dank für die geleistete Arbeit erwähnte Schwery den Zuchtbuchführer Josef Mazotti, der dieses Amt 50 Jahre lang ausführte. Leider konnte Mazotti der Versammlung nicht beiwohnen.

Kein Platz für den Wolf

Das Berggebiet ist unser Wohnraum. Da gibt es keinen Platz für den Wolf! Das Berggebiet ist nicht der natürliche Lebensraum des Wolfes, genauso wenig wie der Hallwilersee natürlicher Lebensraum für den Kaiman ist. Das sagt kein Geringerer als unser Nationalrat Franz Ruppen und er sagt es sehr bestimmt! Nach der guten Arbeit von Beat Rieder im Ständerat hat Franz Ruppen im Nationalrat sogar noch zulegen können. Das revidierte Jagdgesetz gibt den Kanton viel mehr Kompetenzen als bisher. Es müsste nicht mehr auf die Zustimmung des BAFU gewartet werden. Es wäre auch eine präventive Regulierung möglich und die erfüllten Herdenschutzmassnahmen wären nicht mehr Bedingung. Ruppen kann mit Recht stolz auf sein auf seine Errungenschaften im Parlament. Es liegt nun an jedem von uns, diesen Erfolg zu erhalten, so dass wir von der erleichterten Regulierung nicht nur träumen, sondern sie realisiert sehen zu können. Es ist auch dringend nötig, wenn wir die Entwicklung der Rudel anschauen. In nur einem Jahr könnten wir hier in der kleinen Schweiz bis zu 24 Rudel haben. Dann sind wir genau gleich wie die Franzosen der Lage nicht mehr Herr. Dann wird unser Berggebiet der Vergandung preisgegeben. Dann wird auch kein Tourismus mehr stattfinden können. Ruppen sieht das Pilotprojekt der Rodung mittels eines kontrollierten Brandes, wie dies In Zermatt im letzten Jahr mit Kosten von 300'000 Franken organisiert wurde, als schlechte (weil unnatürliche) Lösung an. Die drei nationalen Organisationen Jagd Schweiz, Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Bergbevölkerung und Schweizer Bauernverband übernehmen den Lead und sind bereits seit einiger Zeit an der Arbeit. Nun muss die Arbeit auch in den Regionen und bei jedem von uns beginnen. Wir müssen diese Abstimmung gewinnen. Es wird nie mehr eine bessere Lösung geben als die jetzt vorliegende.

Der Kampf um das Jagdgesetz ist lanciert

Georges Schnydrig, der Co-Präsident vom Verein Schweiz ohne Grossraubtiere berichtet von den ersten Sitzungen, bei welchen zusammen mit den Werbestrategen die ersten Pflöcke eingeschlagen wurden. Das Mittelland wird wohl das härteste Pflaster sein, hier wird es am meisten Gegner geben, also soll hier eine gute Aufklärungsarbeit geleistet werden. Freilich wird die Abstimmung auch im Berggebiet nicht ohne weiteres zu gewinnen sein. Darum braucht es auch bei uns ein Referendumskomitee. Im November trafen sich die Präsidenten der Tierzucht und Bauernverbände zum ersten Mal mit dem Vorstand vom Verein Wallis ohne Grossraubtiere und haben den Willen zum gemeinsamen Kampf bekundet. Im Januar wird nun das Referendumskomitee gegründet. Gleichzeitig werden alle Tierzüchter und weitere Kreise für einen Beitrag in die «Kriegskasse» angeschrieben. Die Kosten für eine wirkungsvolle Abstimmungskampagne werden auf 1.5 bis 2 Millionen Franken geschätzt.

Imhof-Hermann

Ein Dankeschön an Hermann Imhof, den WAS Oberwallis Vertreter im Schweizer Schafzuchtverband

Hermann Imhof überbringt die Grüsse des Schweizer Schafzuchtverbands und zeigt sich erfreut, dass im Verband wieder Ruhe eingekehrt ist, auch wenn es Opfer gekostet hat. Er lobt den guten Job der Geschäftsstelle unter der Leitung von Christian Aeschlimann gerade auch im Hinblick auf die Einführung der TVD. Imhof ruft ebenfalls dazu auf, Identität zur Bevölkerung zu schaffen, im Alltag Öffentlichkeitsarbeit zu machen, die persönliche Betroffenheit mitzuteilen. Imhof wird den Vorstand des Schweizer Schafzuchtverbands an der DV im Februar verlassen. Er hofft auf einen guten Nachfolger aus den Reihen des WAS-Verbands. Hermann Imhof erhält von Fabian Schwery ein Geschenk für die geleisteten Dienste.

Beat Imhof erläutert den Einsatz der Bauernvereinigung Oberwallis (BVO) für den Erhalt der Landwirtschaft und damit er Bauern. Gerade bei der geplanten Ausbildungsverschärfung galt es gemeinsam mit den Kleinviehverbänden den richtigen Hebel anzusetzen. Dies führte nun doch dazu, dass auch die Walliser Landwirtschaftskammer die Notwendigkeit für den Erhalt des Direktzahlungskurses anerkennt. Beruhigend ist für ihn auch, dass der Ständerat als Erstrat die AP22+ beraten wird. Die Kantonsvertreter werden wohl die richtigen Pflöcke einschlagen. In seinen Augen wird der Tourismus den Wert der Landwirtschaft wohl leider zu spät erkennen. Es wäre nun an der Zeit, wenn auch dieser Wirtschaftszweig eine klare Stellung zu Gunsten der Landwirtschaft beziehen würde. Imhof freut sich über die Tatsache, dass die BVO dank dem Einsatz der Oberwalliser Fraktionschefs bei kantonalen Stellungsnahmen nun wieder direkt angehört werde soll.

Moritz Schwery, der Leiter des Landwirtschaftszentrums berichtet, dass in Sachen Herdenschutz nun auch im Unterwallis ein Mandat analog der Herdenschutz GmbH vergeben wurde. Schwery zeichnet nun wieder als Ablösung von André Summermatter für den Herdenschutz im Wallis verantwortlich. Natürlich hofft auch er, dass das Jagdgesetz angenommen wird, das würde die Aufgaben des Herdenschutzverantwortlichen massiv vereinfachen. Schwery vereist weiter auf die Zusammenarbeit mit Agroscop. Der Gutsbetrieb des LZV, der Hondrich und der Plantahof sollen hier gemeinsam mit Agroscope einen echten Mehrwert für das Berggebiet schaffen, etwa in Sachen Zäune, virtuelle Beobachtung der Nutztiere und ähnliches. Als weitere erfreuliche Nachricht kann er auf das 100jährige Jubiläum der Landwirtschaftlichen Schule im Oberwallis hinweisen. Zu Ehren dieses Jubiläums sind mehrere Anlässe über das Jahr verteilt vorgesehen, Höhepunkt wird der Galaabend für Bauern und der Tag der offenen Türe am 15.und 16. Mai sein.

German-Kalbermatter

German Kalbermatter freut sich über die starken Walliser Züchter

German Kalbermatter berichtet als Chefexperte vom Widdermarkt in Gampel, an welchem 28 Maximumtiere ausgezeichnet werden konnte. Gleichzeitig verloren 30 Tiere einen Punkt beim Fundament, was nicht weiter erstaunt, wenn man sich den mit den Tieren gar nicht gnädigen Boden des Schauplatzes in Erinnerung ruft. Da wird jeder kleinste Fehler sichtbar. Auch die weiblichen Tiere, welche zur Aufwertung des Marktes aufgeführt werden, glänzten mit Qualität: 22 der 32 aufgeführten Tiere wurden mit dem Maximum benotet. Kalbermatter ruft in Erinnerung, dass eben nur das Aufführen von Tieren Geld in die Kasse spüle. Ohne diese Schaugelder wären die Genossenschaften und Verbände kaum überlebensfähig. Auch den Ortsschauen redet er das Wort: Die Schau der kleinen Genossenschaft von Niedergesteln finanziert beispielsweise das gesamte Genossenschaftsjahr. Zum Schluss verweist Kalbermatter auf den vielversprechenden Expertenaspirant Rinaldo Imhasly. Im April wird er die Prüfung ablegen. Kalbermatter dankt allen Experten, welche sich für die Schauen in der ganzen Schweiz zur Verfügung stellen und oftmals Anfahrten von mehreren Stunden in Kauf nehmen. Mit 100 Franken Tageslohn handelt es sich hier wirklich mehr um Leidenschaft als um ein lukratives Geschäft.

Im Rahmen der Anträge wird das Reglement für den Experteneinsatz diskutiert. Das Kantonale Reglement wird im Anschluss soweit angepasst, als die Experten im Kanton bis 70jährig im Einsatz stehen können, sofern sie regelmässig einen Weiterbildungskurs besuchen. Somit können German Kalbermatter und Elmar Schnydrig ihre Arbeit noch fünf Jahre fortsetzen. Kalbermatter bleibt weiterhin Chefexperte.
Der Vorstand beantragt der Versammlung einen Beitrag von 5000 Franken für die Abstimmungskampagne zum Jagdgesetz zu sprechen. Die Versammlung beschliesst den doppelten Betrag zu sprechen.

Rosmarie

WAS-Ehrenmitglied nach 16 Jahren Bauernsekretärin

Helmut Bitz beantragt der Versammlung, Rosmarie Ritz von der BVO anlässlich ihrer Pensionierung zum Ehrenmitglied des WAS-Verbands zu ernennen. Auch diesem Vorschlag stimmt die Versammlung zu.
Fabian Schwery leitet zur Grussbotschaft des Schwarznasenpräsidenten über, verbunden mit einem herzlichen Dank für die Spende des Wanderpreises für den Widdermarkt.

Daniel Steiner knüpft an die Worte von Fabian Schwery an: Es ist eine Minute vor zwölf. Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass die Landwirtschaft in vernünftiger Art weiterleben kann. Der Flut der Referenden und verheerenden Initiativen muss Einhalt geboten werden. Er dankt den Parlamentariern und dem Co-Präsidenten Georges Schnydrig für ihren enormen Einsatz und bemerkt, dass der SN-Verband heute die Vorgaben erhalten habe. Ganz gewiss werde auch der SN-Verband einen namhaften Beitrag an die Kampagne zum Referendum leisten. Der Weltentwicklung mit all ihren Gegensätzen kann er wenig abgewinnen und ruft ebenfalls auf, den Leuten wieder zu zeigen, woher die Lebensmittel kommen. Mit ihren 41 Genossenschaften (vor 10 Jahren waren es noch 47) und den 11500 Herdebuchtieren (vor vier Jahren waren es noch 16500) hat auch der SN-Verband verloren ist aber immer noch in einer komfortablen Lage. Bei den Herbstschauen konnten von 4200 aufgeführten Tieren 1080 Maximumtiere gezählt werden. Am 8.und 9. Februar werden bei der 31. SN-Ausstellung rund 300 Tiere aufgeführt werden und am 14. März stellen sich 450 Widder dem Konkurrenzkamp um Punkte. Steiner freut sich, dass länger je mehr auch WAS-Züchter an ihren Anlässen anzutreffen sind (was überdies auch umgekehrt der Fall ist) und er dankt für die gute Zusammenarbeit.

Fabian Schwery betont, dass alle Tiere am Widdermarkt mit Jungtierschau doppelmarkiert sein müssen. Sie dürfen sonst auf dem Schauplatz nicht abgeladen werden. Das An- und Abmelden entfällt im Gegensatz zum Interkantonalen Ausstellungsmarkt im Herbst, wo die Tiere mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht nur doppelmarkiert sein müssen, sondern auch an- und abgemeldet.
Helmut Bitz schlägt vor, dass sich der WAS-Verband und der SN-Verband zusammentun sollten, um eventuell eine Sammelbestellung von Lesegeräten zu machen. Gerade für die Ausstellungen wären diese von entscheidender Wichtigkeit. Der Vorschlag wird aufgenommen. Zudem sucht auch der Schweizer Schafzuchtverband eine Lösung via Sheep Online. Rafael Ittig unterstützt den Vorschlag von Bitz, da auch die Alpen auf die Problematik des raschen Aufnehmens von Hunderten Ohrmarken stossen werden.
Norbert Schwery stört sich daran, dass am ersten Wochenende Oktober sehr viele Interkantonale Ausstellungsmärkte in der Schweiz stattfinden. Damit konkurrenziert man sich bei den Auffuhren und beim Publikum. Fabian Schwery erklärt, dass diese Problematik in der Präsidentenkonferenz eingehend diskutiert, jedoch schwierig zu lösen sei, da alle an diesem Datum festhalten wollen.
Mit der Einladung zur Delegiertenversammlung vom 9. Januar 2021 in Staldenried schliesst WAS-Präsident Fabian Schwery die DV 2020 um punkt 12.00 Uhr.